Vom Traumpaar zu Eltern-WG? Wie ihr als Liebespaar nicht auf der Strecke bleibt

Partnerschaft mit Baby

6 Tipps für Babyeltern

Die ersten Monate sind geschafft. Das meiste klappt, euer Baby entwickelt sich prächtig. Gestern Abend habt ihr euch beide über das Babybett gebeugt und das Lächeln im Gesicht eurer Partnerin gesehen. Ihr wart ganz gerührt von so viel Liebe, dankbar, dass euer Familienleben so gut läuft.

Aber dann kam dieser Gedanke: Wann haben wir uns eigentlich das letzte Mal so angeschaut? Ihr lächelt schon häufig – aber meistens beide gemeinsam in Richtung Baby.

Du weißt natürlich, dass junge Eltern auch die Partnerschaft nicht vernachlässigen sollten. Aber ganz ehrlich – wann denn auch noch? Und vor allem wie?

Hier findest du sechs konkrete Tipps, wie ihr als Paar wieder näher zusammenfindet.

Tipp 1: Zieht eine ehrliche Zwischenbilanz

Wann habt ihr das letzte Mal wirklich über eure Gefühle gesprochen? Nicht nur über Windeln, Schlafpläne und To-do-Listen, sondern darüber, wie es euch geht? Was euch bewegt, was euch fehlt, was ihr euch wünscht?

So geht’s: Verabredet euch für ein Gespräch. Nicht zwischendurch zwischen Fläschchen und Wickeln, sondern zu einer Zeit, in der euer Kind definitiv schläft. Macht es zu einem richtigen Date – auch wenn es nur auf dem Sofa ist.

Gesprächsregeln helfen:

Jede*r bekommt eine vorher festgelegte Redezeit, die nicht unterbrochen wird. Das klingt vielleicht künstlich, verhindert aber, dass ihr in alte Gesprächsmuster verfallt, bei denen sich nichts bewegt. So kommt ihr wirklich ins Gespräch – und beide fühlen sich gehört.

Tipp 2: Plant bewusst Qualitätszeit zu zweit

Ja, das klingt banal. Aber es ist der Unterschied zwischen “gemeinsam den Müll rausbringen” und echten Momenten als Paar.

Überlegt konkret: Was habt ihr vor der Babyzeit gerne zusammen gemacht? Was war der “Kitt” eurer Beziehung? War es gemeinsames Kochen? Serien-Marathons? Spaziergänge? Brettspiele?

Setzt genau dort wieder an.

Auch wenn es anfangs nur 30 Minuten sind.

Wichtig:
Gibt es in eurem Verwandten- oder Freundeskreis jemanden, der regelmäßig das Babysitten übernehmen kann? Baut euch ein Support-Netzwerk auf. Ein Abend pro Woche oder alle zwei Wochen ohne Baby kann Wunder wirken.

Tipp 3: Störungen gehen vor – klärt Konflikte direkt

Der schönste Abend zu zweit verfehlt seine Wirkung, wenn du unterschwellig sauer bist oder sie genervt.

Die Regel: Störungen gehen vor.

Wenn dich etwas belastet, sprich es vorher an – nicht während des romantischen Abendessens. Ein kurzes “Ich muss dir noch was sagen, das beschäftigt mich” vor dem Date ist besser als unterdrückte Spannung während des Dates.

Klärt Konflikte zeitnah und offen. Dann könnt ihr die gemeinsame Zeit auch wirklich genießen.

Tipp 4: Körperliche Nähe ist mehr als Sex

Das ist besonders wichtig zu verstehen: Viele Mütter haben während der Stillzeit noch sehr mit sich und ihrem veränderten Körper zu tun. Das Bedürfnis nach Sex ist bei vielen erstmal reduziert – aber das Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit ist riesig.

Was hilft: Streicheln, kuscheln, küssen, umarmen. Körperliche Nähe ohne Erwartungsdruck.

Ein Perspektivwechsel:

Wie viele Streicheleinheiten bekommt euer Baby von dir? Wie viele bekommt deine Partnerin? Natürlich braucht euer Kind Zuwendung – aber es muss nicht permanent im Mittelpunkt stehen. Sorgt für die richtige Balance.

Und wenn es irgendwann wieder zum Sex kommt: Lasst euch Zeit, seid geduldig miteinander und sprecht offen über Wünsche und Grenzen.

Tipp 5: Ermöglicht euch gegenseitig Auszeiten – allein

Nur wer weggeht, kann auch wiederkommen. Nur wer mal der Monotonie des Alltags entflieht, hat auch etwas Neues zu erzählen.

Besonders wichtig für die Partnerin: Gerade für Mütter in Elternzeit ist es entscheidend, ab und zu etwas ganz allein zu unternehmen. Ein Kinobesuch, mit der besten Freundin shoppen, ein Wellness-Nachmittag – ganz egal was.

Erst wenn sie sich wieder als autonomes Wesen wahrnimmt und sich in ihrer Haut wohlfühlt, entsteht neue Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit.

Das gilt auch für dich als Vater:

Auch wenn du beruflich aktiv bist, brauchst du Zeit für Hobbys, Freunde, Sport – was auch immer dir guttut.

Deine Rolle dabei: Unterstütze deine Partnerin aktiv, indem du dich ums Baby kümmerst und ihr diese Auszeiten ermöglichst. Nicht als Gefallen, sondern als selbstverständlichen Teil eurer partnerschaftlichen Aufgabenteilung.

Tipp 6: Kennt und achtet eure Grenzen

Viele frischgebackene Eltern haben den Anspruch, alles alleine zu schaffen. Dabei stimmt das alte Sprichwort: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.

Baut euch ein Netzwerk auf:

  • Familie, die regelmäßig unterstützen kann
  • Freund*innen mit ähnlichen Lebenssituationen
  • Andere Eltern aus der Krabbelgruppe
  • Vielleicht auch professionelle Unterstützung (Familienhebamme, Elternberatung)

Was ihr davon habt:

  • Konkrete Entlastung im Alltag
  • Austausch mit anderen in ähnlichen Situationen
  • Neue Impulse für euer Leben als Eltern
  • Das Gefühl, nicht allein zu sein

Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke und Weitsicht.

Zusammengefasst: Eure Partnerschaft ist es wert

Die ersten Monate mit Baby sind intensiv. Ihr seid müde, überwältigt, glücklich und gestresst – oft alles gleichzeitig. Da kann die Partnerschaft schnell auf der Strecke bleiben.

Aber: Eure Beziehung ist das Fundament eurer Familie. Wenn es euch als Paar gut geht, profitiert auch euer Kind davon.

Es braucht keine großen Gesten. Manchmal reicht ein ehrliches Gespräch, eine Umarmung oder ein bewusster Moment zu zweit. Fangt klein an – aber fangt an.

Eure Partnerschaft ist es wert.

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